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Standpunkt: Abschaffung elektronischer Semesterapparate

Es ist offiziell – ab dem 01.01.2017 werden keine Textauszüge aus Büchern und Zeitschriften mehr über die verschiedenen Lern- und Lehrplattformen an der Bergischen Universität zur Verfügung gestellt. Die vielfach genutzten Semesterapparate sind damit faktisch abgeschafft und dürfen nicht mehr genutzt werden.

Der Hintergrund

Ab dem 01. Januar 2017 tritt die neue Rahmenvereinbarung zwischen der VG Wort (der Verwertungsgesellschaft für Schriftsteller und Übersetzer; mehr Infos ) und der Kulturministerkonferenz (KMK) in Kraft. Die neue Rahmenvereinbarung regelt die Abrechnung der elektronischen Semesterapparate entsprechend §52 a des deutschen Urheberrechtsgesetzes. In dieser ist vorgesehen, dass pro Textseite pro Student 0,8 Cent von den Unis an die VG Wort abgeführt werden müssen. Problem an der neuen Regelung sind weniger die zu erwartenden Kosten, die eine solche Abrechnung mit sich bringt (bisher wurde eine Pauschale an die VG Wort abgeführt), sondern es sind vielmehr die Kosten und der Aufwand der Erfassung, Abrechnung und Verwaltung, die die Unis vor immense Probleme stellen.

Die überwiegende Mehrheit der deutschen Hochschulen ist aufgrund der in einem Pilotprojekt an der Universität Osnabrück gewonnenen Erkenntnisse der Auffassung, dass der mit der Einzelerfassung verbundene Gesamtaufwand nicht vertretbar ist. (Quelle: Informationsschreiben zum Urheberrecht vom 01.12.2016)

Aus den bereits genannten Gründen hat sich nun auch die Bergische Universität Wuppertal, wie viele andere Unis in ganz Deutschland, für die Abschaffung der elektronischen Semesterapparate entschieden. Die Gründe hierfür sind in einer ausführlichen Stellungnahme des Rektorates der BU Wuppertal hier nachzulesen.

Quelle: pixabay.com

Quelle: pixabay.com

Eine Lehre ohne Digitalisierung bedeutet Rückschritt

Es ist absolut unstrittig, dass viele Bereiche der Gesellschaft von der Digitalisierung erfasst werden. Diese bringt ohne Frage nicht immer nur Vorteile mit sich. Doch besonders im Bereich der Lehre (sowohl an Schulen, besonders aber auch Universitäten) erleichtern die Möglichkeiten einer digitalisierten Lehre den Studienalltag für Dozenten genauso wie für Studenten. Ein Studienalltag im Jahr 2017 ohne die Möglichkeit Textauszüge elektronisch zur Verfügung zu stellen bedeutet nicht Fortschritt und auch keine Erziehung eines verantwortungsbewussten und selbstständigen Studenten, sondern lediglich Rückschritt.

Studieren mit Zukunft 

Plattformen wie Moodle ohne Einschränkungen für das Studium an deutschen Universitäten nutzen zu können bedeutet de facto also die Augen nicht vor den Entwicklungen der Zeit zu verschließen, sondern Teil der Entwicklung zu sein. Die Rektoren der Universitäten haben es trotz vereintem Widerstand nicht geschafft sich mit der VG Wort auf eine neue Regelung für eine rationale und pragmatische Methode der Abrechnung zu einigen. Wir finden es ist an der Zeit, dass sich die Studenten stärker in die Diskussion einbringen müssen – schließlich geht es hier um unser Studium! In der kommenden Sitzung des Studierendenparlamentes der BU Wuppertal werden wir einen Antrag einbringen, der alle Fraktionen auffordert sich gemeinsam gegen die neue Regelung zu positionieren und sich in den demokratischen Diskurs einzubringen.

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RCDS Wuppertal
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